Bei einer frühzeitigen Anfrage ist am Zielort des MEINRADWEGS eine persönliche Begegnung mit P. Philipp, dem Initiator des Pilgerwegs auf den Spuren des heiligen Meinrad, oder mit einem anderen Mönch des Klosters Einsiedeln möglich.

Pilgerbericht: Katholisches Landvolk auf dem MEINRADWEG

Am Pfingstmontag startete eine Gruppe des Verbandes katholischen Landvolks e.V., um den spirituellen MEINRADWEG zu er-fahren. Gestartet wurde an der Sülchenkirche in Rottenburg am Neckar wo die Gruppe zur Einstimmung eine interessante Führung bekam. Danach hieß es, ab auf die Räder und gespannt sein was so kommt. 30 Teilnehmer, bunt gemischt, darunter Kinder, Eltern, Ehepaare, Rentner und Alleinreisende in der Alterspanne von 5 bis über 75 Jahren fanden sich zusammen mit dem gleichen Ziel. Nach 6 Tagen wollten sie im Kloster Einsiedeln ankommen. 

Der erste Stopp erfolgte nach 40 km in Balingen. Am zweiten Tag startete die Gruppe entlang der Eyach ca. 70 km durchs Donautal nach Hausen im Tal. Das Ziel für den dritten Tag war das ca. 65 km entfernte Radolfzell, wo sie herzlichst im Gemeindehaus „Meinrad“ empfangen wurden. „Zum Abschied wurden alle Glocken für uns geläutet, das war ein sehr emotionaler Moment“ so Marianne Schuler. Weiter ging es am vierten Tag 65 km über die Landesgrenze ins Schweizer Eschlikon. Am vorletzten Tag, Tag fünf erfolgte die anspruchsvollste Etappe mit 65 km aufgrund von einer Passhöhe, die Hulftegg. Doch werden die Fahrradpilger mit wunderbaren Ausblicken belohnt bevor auf längeren Abfahrten der Zürichsee erreicht wurde. Wer am letzten Tag, vor dem großen Einzug in das Einsiedeln noch Kraft fand, konnte über den Etzelpass direkt zum Kloster radeln. 

Immer wieder hatte die Gruppe besondere Begegnungen. „Am Regentag machten wir einen spontanen Stopp in einem Kebap-Laden der für maximal zehn Personen eingerichtet war. Der hilfsbereite Besitzer aber empfing uns tropfnassen Radler herzlich und stellte im Handumdrehen für alle Sitzmöglichkeiten zur Verfügung. Er umsorgte uns, mit türkischem Tee und leckerem Kebap.“

„Ein gemeinsames Ziel verbindet“ sagt Marianne Schuler die Leiterin und Hauptorganisatorin der Radtour, und so war auch dieses Jahr die Gruppe harmonisch, herzlich und unterstützend. Besonders die gemischte Altersstruktur mit einigen Kindern macht die Gruppe lebendig und spontan. Marianne Schuler war bereits beim ersten Impuls eine Radtour zu gestalten dabei und begleitet diese jährlich seit über 14 Jahren.  Selbst viel zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs, erkundet sie gemeinsam mit Ihrem Mann neue Routen und plant schon die nächste großartige Tour. Die Idee den MEINRADWEG zu fahren, kam 2019 als sie in Flüeli ein Prospekt zum MEINRADWEG entdeckt hat. Mit in ihrem Orgateam sind Peter Braun, welcher das Begleitfahrzeug fährt und Tourenbegleiterinnen Marion Kienle-Bek und Andrea Harder-Funk. 

Die Lebensstationen des Heiligen Meinrad aus dem 9. Jahrhundert geben den Routenverlauf dieses besonderen Radpilgerwegs vor. Übernachtet wurde in Gemeindehäusern, Pfandfinderheimen oder Jugendherbergen. Ein Begleitfahrzeug transportierte das Gepäck, die Lebensmittel und bei Bedarf auch den ein oder anderen erschöpften Radler. Es wurde gemeinsam gekocht und jeder Einzelne trug seinen Teil zum Gelingen einer großartigen Woche bei. Zwischen den einzelnen Etappen blieb immer wieder Zeit für Kirchenbesichtigungen, spontane Gesänge und Kaffee-Kuchen-Stopps. „Es ist ungezwungen und lebendig, es wird auf der Tour viel gesprochen, sodass die Tage kurzweilig sind“ so Marianne Schuler „Jeden Morgen folgt ein Impuls mit Gebeten und Gesang. Dennoch bleibt der Glaube etwas Persönliches, was jeder nach seinem Gefühl teilen kann. Ob vor dem Essen gebetet wird, ist nicht starr festgelegt, vielmehr folgen wir unserem inneren Impuls.“

Nach rund 300 zurück gelegten Kilometern wurde die Gruppe herzlich von Pater Philipp, einer der Mitgründer des MEINRADWEG in Einsiedeln empfangen. Nicht nur diese Begegnung, sondern auch die anschließende Andacht mit Segnung der Gruppe war der krönende Abschluss einer tollen Tour.  

Das Wichtigste für Marianna Schuler: „Alle Teilnehmer kamen gesund und glücklich an. Es gab keine Stürze oder Unfälle und auch zwei Kettenbrüche konnten dank der gut ausgestatteten Gruppe schnell selbst repariert werden.“ Das Resümee ist einstimmig und die Schlagwörter klar „Freude, Dankbarkeit und Faszination. Es war eine aufregende und anstrengende Tour in toller Gemeinschaft mit besonderen Begegnungen, geselligen Abenden und wertvollen Impulsen.

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