Eröffnungstour MEINRADWEG

9. Mai 2019 – Tag 4

Der vierte Tag unserer Eröffnungstour begann bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Die Insel Reichenau erschien fast wie das Vorzimmer des Paradieses. Nach der Morgenhore in der lichtdurchfluteten romanischen Egino-Kapelle und einem ausgiebigen Frühstück (die Kalorien sollten ja bald wieder verbrannt werden…), starteten wir unsere Tour.

Das verheissungsvolle Wetter milderte den Abschied von den zwei Mitschwestern und Pater Stephan (unserem Mitpilger der letzten drei Tage) und seinen beiden Mitbrüdern der Cella St. Benedikt etwas ab. Doch jäh wurden wir beim nahen Tourismusbüro von einem Regenschauer überrascht. Da der Zeitplan wieder einmal sportlich eingeteilt war, hiess es dennoch, von Meinrads Insel Abschied zu nehmen. So machten wir uns und unsere Gepäcktaschen – so gut wie möglich – wasserdicht und brachen Richtung Konstanz auf. Dort hielten wir kurz beim ehemaligen Kloster Petershausen, der Anfang des 19. Jahrhunderts säkularisierten Tochtergründung Einsiedelns. Das Konstanzer Münster bedachten wir hingegen mit einem längeren Besuch. Schliesslich ist dieses romanisch-gotische Gotteshaus die ehemalige Kathedrale des riesigen Bistums Konstanz, zu dem bis ins 19. Jahrhundert auch Einsiedeln und grosse Teile der Deutschschweiz gehörten.

Bei Kreuzlingen kamen wir wieder auf Schweizer Boden und konnten von hier aus der gut ausgeschilderten „Pilgerroute 41“ folgen. Diese führt auf angenehmen Strassen und Wegen quer durch den Kanton Thurgau nach Fischingen. Kurz nach Konstanz liess der Regen glücklicherweise nach und wir konnten motiviert von Kreuzlingen aus nach Weinfelden fahren. Fast pünktlich kamen wir dort an, wo wir bei der reformierten Kirche von Pfarrer Daniel Bühler, Andi Battaglia und Thomas Siegfried begrüsst wurden. Diese führten uns nach einer kurzen Besichtigung der Jugendstilkirche in ein nahes Restaurant.

Um 14 Uhr stiegen wir wieder auf den Sattel und nahmen den Weg nach Lommis unter die Räder. Leider kam schon bald ein starker Westwind auf, der den Weg durch die idyllische Landschaft wesentlich erschwerte. Mit leichter Verspätung kamen wir in Lommis an, wo uns bei der schmucken Kirche St. Jakobus Herr Beat Stücheli begrüsste. Die dortige St. Idda-Kapelle verwies uns bereits auf unser nächstes Ziel: das Kloster Fischingen, wo die Grabstätte der heiligen Idda verehrt wird. Nach ziemlich genau 60 Kilometern kamen wir um 17 Uhr in Fischingen an. Pater Gregor, der Prior dieser sympathischen kleinen Gemeinschaft, begrüsste uns herzlich und führte uns zu den wunderschön restaurierten Zimmern im Klausurgang des Klosters. Nach Vesper und Abendessen stand die Abendmesse an, welche am Donnerstag jeweils in der St. Idda-Kapelle gefeiert wird. So durften wir in diesem barocken Kleinod dem Herrn danken für diesen wunderschönen Pilgertag – trotz Gegenwind. Nach dem Gottesdienst wurde der mitbrüderliche Austausch bei einem Glas Fischinger Klosterbier gepflegt und dann ging es schon bald ins Bett. Denn die morgige letzte Etappe wird von uns noch einiges abverlangen: die Hulftegg und der Etzelpass (beide rund 900 m ü. M.) erwarten uns.

Morgenstimmung auf Reichnau-Niederzell. Im Bild die Kirche St. Peter und Paul bei der Cella St. Benedikt
7.00 Uhr: unmittelbar vor Beginn der Morgenhore mit den Brüdern und Schwestern der Cella St. Benedikt.
Pater Cyrill und Bruder Francisco verlassen die Reichenau Richtung Konstanz. Im Hintergrund die Kirche St. Georg.
Empfang bei der ref. Kirche von Weinfelden. Auf dem Bild Pfarrer Daniel Bühler-Koch & zwei Vertreter der ref. Kirchgemeinde.
Schade, dass man auf dem Foto den starken (Gegen-) Wind nicht sieht...
Schilder machen unterwegs auf dem MEINRADWEG aufmerksam, hier bei der Kirche St. Jakobus in Lommis TG